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Chronik der SGi Renningen 1953 e.V.

Die Anfänge

Über die Anfänge des Schießwesens in Renningen sind zwar keine schriftlichen Aufzeichnungen vorhanden, aber einige Renninger Bürger konnten sich noch daran erinnern, dass sich innerhalb des Kriegervereins auf Anregung des Postmeisters Keller, ein paar Schießsportbegeisterte Männer zusammengefunden, beim Steinbruch auf dem Kindelberg eine Schießbahn erstellt und sich dort regelmäßig zu gemeinsamen Schießveranstaltungen getroffen haben. Bald zeigte es sich, dass einige Schützen recht ansprechende Ergebnisse erzielten. Man wollte sich nun auch an den Leistungen und mit den Schützen anderer Vereine messen und das bis dahin reine Freizeitvergnügen unter sportlichem Aspekt betreiben.

Unter Wilhelm Dürr, Ehrenvorsitzender der Schützengilde, wurde innerhalb der Sportvereinigung Renningen um 1936 eine Schießsportabteilung gegründet, die trotz geringer Mitgliederzahl sehr bald recht achtbare Erfolge aufzuweisen hatte. 1938 nahmen die Renninger Schützen erfolgreich am Turnfest in Breslau teil. 1939 wurde auf dem Süddeutschen Sportfest in Ludwigsburg und bei den Württembergischen Meisterschaften mit um die vorderen Plätze gerungen. Das notwendige Übungsschießen konnten die Sportschützen des Kriegervereins absolvieren, die schon damals mit einer vollautomatischen Trefferanzeige ausgerüstet waren.

Der Beginn des 2. Weltkrieges setzte dem Schießsport ein Ende. Ein Teil der Schützen wurde zum Kriegsdienst eingezogen, einige kamen nicht mehr zurück. 1945 wurden sämtliche Waffen eingezogen. Jedem Deutschen war der Besitz einer Waffe, auch einer Sportwaffe, verboten. Dem Schießsport war dadurch jegliche Grundlage entzogen worden.
Als zu Beginn der fünfziger Jahre die strengen Bedingungen etwas gelockert wurden, der Deutsche- und der Württembergische Schützenverband sich neu konstituierte, war es wieder Wilhelm Dürr, der zusammen mit 8 Gleichgesinnten am 23. September 1953 im Gasthaus zum Löwen die Schützengilde Renningen gründete. Er übernahm auch die Leitung des jungen Vereins, der mit einfachen Luftgewehren das Übungsschießen im Saal des Gasthauses Löwen aufnahm. Einige Monate später wechselte man in die Mosterei von Karl Bissinger über, da der Löwensaal nur eine Schießbahn von 9m Länge aufnehmen konnte, die Wettkampfentfernung jedoch 10m betrug. Da aber in der Küferei immer zuerst Werkzeug, Material und Fässer zur Seite geräumt werden mussten, war man froh, als man im "Hirsch" eine neue Unterkunft fand. Dass jeder in der Winterzeit Heizmaterial mitbringen musste, um den eiskalten Saal etwas zu beheizen, konnte der Schießsportbegeisterung der Renninger Schützen keinen Abbruch tun. Entsprechend der damals zur Verfügung stehender finanziellen Mittel, waren auch die Preise, die bei Preisschießen ausgesetzt werden konnten. Einmal war der Preis ein großer Schwartenmagen, der noch am selben Abend mit Wohlbehagen von der gesamten Schützenfamilie verspeist wurde.

Der Bau

Im Jahre 1955 konnte man endlich eine bescheidene, aber vorschriftsmäßige Bahn bauen. Das spätere Ehrenmitglied des Vereins, Karl Löffler, stellte einen Teil seines Steinbruchs im Längenbühl zur Verfügung. Gleichzeitig konnte von ihm eine Bauhütte erworben werden, die von den Schützen abgebrochen und an der Stelle wieder aufgebaut wurde, an der heute das Schützenhaus steht. Kaum waren die Arbeiten abgeschlossen, wurde der Bau eines Schießstandes für 4 Kleinkaliberbahnen in Angriff genommen, der unter der Leitung des neuen Oberschützenmeisters Kurt Hamm 1957 fertig gestellt wurde. Als 1959 Robert Mayer und ab 1960 Otto Schwämmle die Leitung des Vereins übernommen hatten, gehörten die Renninger Schützen bereits zur Spitze im Kreis Leonberg. In der Bestenliste vom Jahre 1964 sind Renninger Schützen und Mannschaften fünfzehn mal an erster Stelle im Sportkreis zu finden. 
Bereits 1957 war Walter Dürr in die Juniorenauswahl des Württembergischen Schützenverbandes berufen worden, die beim Landesverbandsendwettkampf in Wiesbaden den ersten Platz belegte. 1959 und 1960 nahm eine Mannschaft erfolgreich an den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart und Wiesbaden teil und auch bei Landesmeisterschaften waren die Renninger Schützen häufig am Start. In den Jahren 1974 bis 1978 beteiligte sich unsere Jugend und die Junioren mit sehr gutem Erfolg an den Bezirksmeisterschaften und erreichten auch bei den Landesmeisterschaften achtbare Plätze. Eine gute und konsequente Jugendarbeit hat ihre Früchte getragen.

Als Otto Schwämmle nach langjährigem, erfolgreichem Wirken sein Amt an Karl-Heinz Diebold übergab, war aus der kleinen Schützenfamilie von 1953 ein erfolgreicher Verein geworden, den der neue Vorstand durch aktive Werbung auf die stolze Zahl von rund 130 Mitglieder vergrößerte.

Die Amtszeit von Klaus Krespach (1971 - 1975 ) war ausgefüllt von reger Bautätigkeit, die neben dem Schießen vornehmste Pflicht vieler Vereinsmitglieder war. Da Schützenvereine keine zahlende Zuschauer haben, aber aufwendige Anlagen erstellen und unterhalten müssen, leiden sie ständig unter Geldmangel. Besonders stark wurde dies den Verantwortlichen bewusst, als 1968 das Gelände durch Kauf in den Besitz der Schützengilde überging. Ständig neue Auflagen der zuständigen Behörde machten es notwendig, dass laufend Verbesserungen und Änderungen der Schießanlagen und des Wirtschaftsraumes vorgenommen werden mussten, was den Verein erneut vor große finanzielle Belastungen stellte.

Als 1975 der langjährige Schatzmeister Manfred Mann zum Oberschützenmeister gewählt wurde, sah er sich einer Fülle bereits begonnener und noch in Angriff zu nehmender Aufgaben gegenüber. Als vordringlichste Baumaßnahme stand die Versorgung des Schützenhauses mit fließendem Wasser kurz vor ihrem Abschluss. Am 25.1.1975 ergoss sich der erste Wasserstrahl ins Becken der Theke. Den Verantwortlichen fiel ein Stein vom Herzen. Die jahrelangen Bemühungen haben einen erfolgreichen Abschluss gefunden. Mit neuem Mut wurde die Vergrößerung und Neugestaltung des Gastraumes in Angriff genommen. Der Umbau der Kleinkaliberbahn ging dank ideeller Unterstützung der Gemeindeverwaltung Renningen und dem Verständnis unserer Nachbarn, nach anfänglichen Stockungen, gut voran. In selbstloser Weise unterstützt von einigen ortsansässigen Handwerksbetrieben. Die Sportpistolenbahn wurde renoviert und schallgedämpft und kann mit Sportwaffen aller Kaliber beschossen werden. Die Luftgewehrbahnen bieten Schießgelegenheit für 12 Schützen. 

25 Jahre SGi

Der Beginn der Amtszeit von Manfred Mann (1975 - 1986 ) war geprägt von einer Flut von Anträgen auf Waffenbesitz. Dazu kam noch das immer beliebter werdende Schießen mit Schwarzpulverwaffen. Ein noch größeres Problem musste M. Mann mit den ständigen Weiterbau- und Reparaturarbeiten an unserer gesamten Anlage lösen. Dazu noch das zu jener Zeit sehr beliebte Organisieren von Wald- und Sommernachtsfesten. Auch das damals anstehende 25-Jährige Jubiläum der SGi war eine Riesenaufgabe. M. Mann musste aber auch das Ablegen der Sachkunde zum Erweb einer Waffenbesitzkarte mit viel Druck auf einige Mitglieder durchsetzen. Ihm ist zudem der weitsichtige Beschluss, anderen Vereinen und Familien unseren Gastraum zu kleinen Feiern zur Verfügung zu stellen, zu verdanken. Manfred Mann hatte als Oberschützenmeister auch die, für ihn und uns Mitgliedern geradezu furchtbare Aufgabe, die Schließung der KK- und GK-Gewehrbahnen verkünden zu müssen. Nach jahrelangem Rechtsstreit gestattete ein Nachbar nicht mehr das Überschießen seines frisch erworbenen Grundstückes. Nachdem er 1986 aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegte, wurde er neben den Gründungsmitgliedern Otto Schwämmle und Walter Dürr, zum Ehrenmitglied ernannt.

Da die SGi keinen Nachfolger für ihn nominieren konnte, musste der damalige Schützenmeister Rolf Mayer das Amt als Oberschützenmeisters kommissarisch übernehmen. Er hat diese schwere Aufgabe glänzend bestanden. Alle laufenden Arbeiten an unserer Gesamtanlage und alle organisatorischen Probleme wurden unter seiner Leitung bestens gelöst. Rolf Mayer hat es verstanden, trotz damaliger großer Geldnot als Folge des Ausfalles der Gewehrbahnen und vieler gesetzlicher Auflagen des Gesetzgebers, unsere gesamte Anlage auf dem bestmöglichen Stand zu halten und weiter auszubauen. Unermüdlich haben er und ein paar Mitglieder die Fertigstellung der SpoPi-Bahnen und der Außenanlagen betrieben.

40 Jahre SGi

Als Richard Siegle 1988 das Amt des Oberschützenmeisters übernahm, wurden zunächst die begonnenen Bauvorhaben beendet. Die LG-Stände wurden mit elektrischen Scheibentransportanlagen ausgerüstet und der Wirtschaftsraum renoviert. Um die Kassenlage zu verbessern organisierte man ein Sommerfest mit einem Schiessen mit großkalibrigen Waffen für jedermann. Nach ein paar Jahren musste das sehr beliebte Schiessen leider wieder eingestellt werden, weil die Mitglieder ihre zum Teil sehr wertvollen Waffen nicht mehr zur Verfügung stellen wollten. So rief man nun eine Stadtmeisterschaft für alle Vereine, Verbände, Firmen, Stammtische und sonstige Vereinigungen ins Leben. Diese Stadtmeisterschaft ist bis heute sehr beliebt bei der Bevölkerung. 
Nach einem Vorfall in der Nähe des Bodensees, bei der es eine Explosion mit Toten und Verletzten gab, brach eine Lawine von Vorschriften über die Schützenvereine herein. So mancher Schützenverein kam da an die Grenzen seiner Existenz. Auch wir.
Das führte dazu, das unser 40-jähriges Jubiläum zu einer kleinen Familienfeier wurde. Bei den Feierlichkeiten zur 1000-Jahr Feier der Stadt Renningen beteiligte sich die SGi mit einem Festwagen mit dem Thema erster Weltkrieg.
Richard Siegle wurde zum Ende seiner Amtszeit zum Ehrenmitglied ernannt.

Eine der stärksten Triebfedern zu all den Aktivitäten der SGi war der damalige Schützenmeister Manfred Maisch. 1995 wurde Manfred Maisch zum Oberschützenmeister ernannt. Er hat mit sehr viel persönlichem Einsatz unseren Verein vor allem Schießsportlich wieder dorthin gebracht wo er seiner Meinung nach hingehört, nämlich zu den Erfolgreichen. Er hat den etwas angestaubten Schießbetrieb vollkommen neu organisiert. Das Training der verschiedenen Disziplinen wurde vom wilden Durcheinander in einzelne, sehr viel wirksamere Teile zerlegt. Unter der Anleitung von Mitgliedern, die mit entsprechenden Kursen fachkundig gemacht wurden, trainieren nun die einzelnen Disziplinen an verschiedenen Tagen. Der Erfolg war und ist verblüffend. Die Mannschaften der SGi sind heute wieder in allen Ligen des Schiessports in guter Position vertreten.

50 Jahre SGi

An baulichen Veränderungen unseres Schützenhauses hat er besonders die Umgestaltung der alten, nicht mehr genutzten Räume der KK-Bahn in moderne Umkleide- und Büroräume vorangetrieben. Es wurde eine neue Heizung eingebaut und die gesamte elektrische Installation des Hauses modernisiert. Leider kam bei all den Neuerungen, besonders im Trainingsbetrieb mit den gesonderten Tagen, die Schützenkameradschaft etwas zu kurz. Zur Zeit sind wir dabei, dieses Problem mit gesellschaftlichen Veranstaltungen in den Griff zu bekommen. Die Vorbereitungen zu unserer 50-Jahr Feier sind im Laufen. Jetzt hoffen wir, dass nicht wieder so ein Blitz einschlägt wie damals bei den Vorbereitungen zur 40-Jahr Feier. 

Schützengilde Renningen | webmaster@schuetzengilde-renningen.de